Bei dem vom Menschen konsumierten Alkohol handelt es sich um eine legale Droge (ein sog. Genussgift), die vom Körper aufgenommen und "verstoffwechselt" wird. Das geschieht in drei Phasen:
- Resorptionsphase (Aufnahme)
- Diffusionsphase (Verteilung) und
- Eliminationsphase (Abbau)
Die Resorptionbeginnt bereits unmittelbar beim Trinken in der Mundschleimhaut, wo schon knapp 2 % des konsumierten Alkohols aufgenommen wird. Maximal weitere 20 % gelangen über die Magenschleimhaut in das Blut und werden von dort aus durch den Körper geschwemmt und an die Zellen abgegeben. Die Hauptmenge des Alkohols geht jedoch erst beim Passieren des Dünndarms in den Kreislauf über. Deshalb dauert es im Regelfall eine Weile, bis man die Alkoholwirkungen "im Kopf" zu spüren beginnt (sog. Anflutung). Dann ist es allerdings auch schon zu spät, weil sich der Fortgang der Resorption nicht mehr aufhalten lässt, sobald der Alkohol einmal den Magen passiert hat.

Beim sog. Sturztrunk, insbesondere auf leeren Magen, wird der Körper in kurzer Zeit mit einer großen Alkoholmenge "überflutet", die sehr schnell den Magen passiert und in den Darm gelangt. Dort erfolgt in relativ hoher Konzentration der Übertritt in den Blutkreislauf, der als erstes durch die Leber führt, die in dieser Situation mit ihrer Entgiftungsfunktion vollkommen überlastet ist. Danach gelangt der Alkohol mit dem Blut in den (kleinen) Lungenkreislauf. Unmittelbar nachdem das Blut in der Lunge mit Sauerstoff angereichert wurde, kommt es in den großen Körperkreislauf. Dabei wird rund 1/4 der Blutmenge mit dem darin enthaltenen Alkohol zunächst in den Kopfbereich gepumpt, also auch zum Gehirn. Die Anflutungswirkung ist daher nach einem Sturztrunk sehr viel stärker als wie nach mäßigem oder über längere Zeit verteiltem Alkoholkonsum.
Der Übergang des Alkohols aus dem Verdauungstrakt in den Körper ist spätestens 2 Stunden nach Trinkende abgeschlossen (Resorptionsphase). Bei geringeren Trinkmengen kann von 30 - 90 Minuten ausgegangen werden. Die Resorptionsgeschwindigkeit hängt u. a. sowohl vom Füllzustand des Magens, wie von der Art der Nahrung ab. Bei leerem Magen steigt der Alkohol deutlich schneller "zu Kopf" als nach einer ausgiebigen Mahlzeit. Durch fetthaltige Nahrung kann die Resorption zusätzlich verzögert (jedoch nicht verhindert!) werden, weshalb erfahrene Partygänger vor Beginn einer "feucht-fröhlichen" Veranstaltung z. B. eine Dose Ölsardinen verspeisen oder ein Gläschen Salatöl trinken. Ein bestimmter Anteil des konsumierten Alkohols gelangt überhaupt nicht in das Gewebe, sondern wird ohne "Verstoffwechselung" wieder ausgeschieden. Man spricht vom sog. Resorptionsdefizit. Dessen Höhe liegt je nach Alkoholgehalt des Getränks, Trinkmenge und -geschwindigkeit sowie Füllzustand des Magens zwischen 10 und 30 %.

Alkohol ist wasser- aber nicht fettlöslich. Der durch die Mund- und Magenschleimhaut sowie im Darm aufgenommene Alkohol verteilt sich deshalb über das Blut nur im wässrigen Körpergewebe (im "Körperwasser"), das im Mittelwert bei Männern zwischen 60 und 70 % und bei Frauen 50 - 60 % der Körpermasse (des "Gewichts") ausmacht. Weil verschiedene Gewebsarten einen unterschiedlichen Wassergehalt aufweisen (z. B. Muskelgewebe bis zu 75 %, Gehirn 70 %, Knochen bis zu 35 %), kommt es in den unterschiedlichen Geweben auch zu einer unterschiedlichen Anreicherung mit Alkohol.
In dem Augenblick, in dem der erste Alkohol über das Blut die Leber erreicht, beginnt dort der Abbau. Während der Resorptionsphase ist die Aufnahme von Alkohol in den Körper allerdings noch deutlich größer als der gleichzeitig laufende Abbau, weswegen die Blutalkoholkonzentration (BAK) während der Resorptionsphase ständig weiter ansteigt und etwa mit deren Ende den Gipfelwert erreicht.
Während der Verteilungsphase gleichen sich Resorption und Elimination langsam aneinander an und halten sich dann für eine zeitlang in etwa die Waage. Während dieser Zeit bleibt der BAK-Wert nahezu unverändert, weswegen man auch von der sog. Plateauphasespricht. Danach überwiegt zunehmend der Abbauwert, so dass die BAK-Kurvelangsam absinkt.
Der vom Körper aufgenommene Alkohol wird auf verschiedene Weise eliminiert:
Maximal 5 % werden unverändert "abgeatmet".
Das ist die im Volksmund bekannte "Fahne",
die auch bei der Atemalkoholbestimmung eine Rolle spielt.
Nur ca. 2 % des in den Körper gelangten
Alkohols werden, ohne dass er "verstoffwechselt" wurde, mit dem Urin
ausgeschieden, obwohl Alkohol die Harnproduktion verstärkt.
Weitere 1 - 2 % des Alkohols werden
"ausgeschwitzt".
Rund 95 % des vom Körper aufgenommenen
Gesamtalkohols werden in der Leber und dort mittels des sog. ADH-Systems durch
Oxidation abgebaut und dann über Lunge abgeatmet bzw. über die Niere
ausgeschieden. Dabei wandelt das in der Leber produzierte Enzym
Alkoholdehydrogenase den Alkohol
(chemisch korrekt: das Ethanol, C2H5OH) zunächst in
Acetaldehyd(C2H4O)
um. Der weitere Abbau zu Essigsäure(C2H3OH)
erfolgt ebenfalls in der Leber durch das Enzym Aldehyddehydrogenase(ALDH).
Die Essigsäure wird schließlich in den Zitronensäurezyklus eingespeist und
dort zu CO2 (Kohlendioxid) und H2O (Wasser) verarbeitet.
Sowohl das ADH als auch das ALDH benötigen
für diese Tätigkeit einen "Helfer" in Form des Co-Enzyms NAD,
das dabei in NADH umgewandelt
wird. Das NADH muss anschließend wieder zu NAD reoxidiert werden, um erneut
beim Alkoholabbau helfen zu können. Wegen der dafür benötigten Zeit, wird die
Abbaugeschwindigkeit des
Alkohols konzentrationsunabhängig und linear auf durchschnittlich 0,15 ‰ bis
0,17 ‰ (minimal 0,1 ‰, maximal 0,2 ‰) pro Stunde reduziert, während bei allen
anderen Giften (Drogen) der Abbau konzentrationsabhängig und exponentiell, man
rechnet in sog. Halbwertszeiten,
stattfindet. Diese konstante Abbaugeschwindigkeit ermöglicht nach
abgeschlossener Resorption, also wenn kein neuer Alkohol mehr hinzukommt, die
sog. Rückrechnung.
Ausgehend von einem mittleren Abbauwert von
0,15 ‰ pro Stunde dauert es nach abgeschlossener Resorption (also erst
gerechnet ab 2 Stunden nach Trinkende!) bei einem Ausgangswert von
ursprünglich 1 ‰ rund 6 - 7 Stunden, bis man wirklich wieder nüchtern ist. Wer
also bis spät in die Nacht hinein feiert und dabei alkoholische Getränke in
größeren Mengen zu sich nimmt, ist selbst am nächsten Morgen noch keineswegs
wieder fahrtauglich.
Ein weiterer Alkohol-Eliminationsmechanismus in der Leber ist das MEO-System (Microsomal-Ethanol-Oxidizing-System). Dieses benötigt nicht das nur begrenzt verfügbare NAD als Co-Enzym, steht dafür aber erst "auf Anforderung", nämlich bei Alkoholgewöhnung (Trinkern) oder bei sehr hohen BAK-Werten (ab 2,5 ‰) als "Reserve" zur Verfügung. Alkoholiker und/oder Personen mit sehr hohen BAK-Werten können durch die Kombination von ADH- und MEO-System in Einzelfällen, die nicht verallgemeinerungsfähig sind, höhere stündliche Abbauraten (bis zu 0,35 ‰/h) erreichen.
Zu warnen ist vor sog. "Promille-Killern". Dabei handelt es sich um Kapseln, Pulver oder Limonaden, die als so genannte Nahrungsergänzungsmittel lebensmittelrechtlich zugelassen und von den Herstellern damit beworben werden, sie könnten den Alkoholabbau im menschlichen Körper spürbar beschleunigen, also schneller wieder "nüchtern" machen oder - wenn man sie vor Trinkbeginn zu sich nimmt - von vornherein verhindern, dass ein Teil des Alkohols überhaupt in das Blut gelangt.
Diese Limonaden oder Pulverpräparate enthalten als Hauptkomponente Fructose (Fruchtzucker) in sehr hoher Konzentration zusammen mit Ascorbinsäure (Vitamin C), die Limonaden oftmals auch Chinin.
Eine beschleunigte Absenkung des Alkoholspiegels ist bislang bei keinem dieser Produkte wissenschaftlich nachgewiesen worden. Das würde nach dem Vorgesagten eine Beeinflussung des körpereigenen ADH- oder MEO-Systems voraussetzen, die jedoch weder festzustellen noch biochemisch zu begründen ist. Läge sie vor, würden die Präparate zudem unter das Arzneimittelgesetz fallen.
Die vermeintlich ernüchternde Wirkung bzw. der gefährliche Irrglaube, man vertrage nach der Einnahme derartiger Mittel viel mehr als sonst und dürfe deshalb auch mehr trinken, ohne deswegen fahruntauglich zu werden, beruht lediglich auf einer Verzögerung der Resorption bzw. auf Verdünnungseffekten, die zu einer Abflachung der BAK-Kurve führen. Dagegen können derartige Präparate wegen des hohen Zuckeranteils neben Durchfall, Übelkeit und Brechreiz, bei erheblichen Konsummengen sogar kollapsähnliche Symptome verursachen. Vor ihrem Gebrauch kann also nur nachdrücklich gewarnt werden, zumal die gewünschte Steigerung der subjektiven Alkoholverträglichkeit (die mit keiner Steigerung der objektiven Fahrtauglichkeit einher geht!) auch durch fetthaltige Speisen, dann jedoch ohne schädliche Nebenwirkungen, erzielt werden kann (vgl. oben). Auch starker Kaffee, Tee oder Kälte (frische Luft, kalte Dusche) machen nicht "nüchtern", sondern lediglich "wach".
Auch vor den so genannten Alkopops als vermeintlich harmlose Alternativgetränke gerade für Kraftfahrer kann nur nachdrücklich gewarnt werden.