Landessektion finden oder auf der Seite suchen:

Drogenkonsum

drogenNach Auskunft des Statistischen Bundesamtes und der Polizei ereigneten sich im Jahr 2010 in Deutschland 1188  Verkehrsunfälle mit Personenschäden und 780 schwerwiegende Verkehrsunfälle mit Sachschaden, bei denen illegale Drogen eine Rolle gespielt haben. Dabei starben 43 Personen, 404 wurden schwer und 1.220 leicht verletzt. Entgegen der allgemeinen Unfallentwicklung nahm die Zahl der bei "Drogenunfällen" im Straßenverkehr Getöteten in den letzten 20 Jahren deutlich zu, wobei allerdings nicht auszuschließen ist, dass diese Steigerungsrate in erster Linie Folge der erhöhten Aufmerksamkeit gegenüber diesem Problem und der damit verbundenen höheren Aufklärungsquote ist.

Die Entwicklung der nachgewiesenen Drogenunfälle im Zeitraum 1975 - 2010  ist in der nachfolgenden Tabelle zusammengestellt worden (Quelle: Statistisches Bundesamt).

Dunkelziffer

Es ist zu befürchten, dass die Dunkelziffer derjenigen Kraftfahrer, die unter dem Einfluss von illegalen Drogen am Straßenverkehr teilnehmen, um ein Vielfaches höher liegt. Aktuelle Schätzungen gehen von ca. 100.000 Kraftfahrern aus, die regelmäßig unter Rauschgifteinfluss stehen.

Eine anonyme Zusatzuntersuchung von Blutproben, die zwischen 1993 und 1999 in Hamburg und Frank­furt/Main zum Zwecke der Blutalkoholbestimmung entnommen worden waren, führte in 75 % aller Fälle auch zum Nachweis illegaler Drogen. Zu ähnlichen Ergebnissen kamen entsprechende Untersuchungen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern (Westmecklenburg).

Prävalenz des Drogenkonsums in der Allgemeinbevölkerung

Nach aktuellen Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) haben ca. 50 % aller Personen zwischen 12 und 25 Jahren schon einmal Drogen angeboten bekommen. Davon ha­ben wiederum ca. 50 % Drogen konsumiert. Bezogen auf die Gesamtheit aller 12- bis 25-Jährigen hat also rund ein Viertel der Befragten schon einmal Drogen konsumiert. Wiederum etwa die Hälfte davon belassen es bei diesem einen Mal. 15 % aller 12- bis 25-jährigen Jugendlichen haben schon mehr als zweimal Drogen genommen, 13 % in den letzten 12 Monaten. Gegenwärtig nehmen 5 % aller 12- bis 25-Jährigen Drogen ein, 3 % tun dies häufig, also mehr als zehnmal im letzten Jahr; sie sind regelmäßige Konsumenten illegaler Drogen.

Bei Umrechnung der jüngsten Ergebnisse von bundesweiten Repräsentativerhebungenauf die Gesamt­bevölkerung ergibt sich folgendes Bild: Rund 10 Millionen der 12- bis 59-Jährigen (dies sind knapp 20 % aller 12- bis 59-Jährigen in Deutschland) haben mindestens einmal in ihrem Leben illegale Drogen konsumiert (Lebenszeitprävalenz). Bei den Erwachsenen haben die Männer (23 %) gegenüber den Frauen (16 %) deutlich mehr Drogenerfahrung. In den letzten 12 Monaten vor der Befragung haben aus dieser Altersgruppe 6,5 % der Befragten illegale Drogen genommen. Dies sind ca. 3,5 Millionen Menschen. Bei dieser Befragung wird nicht unterschieden zwischen einmaligem, gelegentlichem und regelmäßigem Konsum. Es gilt aber zu berücksichtigen, dass Drogenkonsum in sehr vielen Fällen den einmaligen oder den nur sehr seltenen Konsum von Drogen bedeutet.

Gleichzeitig lässt sich allerdings festhalten, dass der regelmäßige Konsum von Drogen in Deutschland in den letzten Jahren relativ stark geblieben ist. Dies kann den Repräsentativbefragungen der BZgA entnommen werden. In der DAS von 1993/1994 erhielt man auf die Frage nach regelmäßigem Konsum ("Haben Sie im letzten Jahr mehr als 20-mal Drogen genommen") bei den 12- bis 25-Jährigen in 4 % der Fälle eine positive Antwort. Vier Jahre später, im Jahr 1997, erhielt man auf dieselbe Frage in 3 % der Fälle eine positive Antwort. Im Jahr 2001 wurde die Frage modifiziert. Gefragt wurde nicht mehr nach dem mehr als 20-maligen, sondern bereits nach dem über 10-maligen Konsum. Aufgrund der geringeren Konsumhäufigkeit würde man bei einem höheren Anteil der Befragten eine positive Antwort erwarten. Positive Antworten wurden aber nach wie vor bei nur 3 % der 12- bis 25-Jährigen gegeben.

Auch aus diesen Zahlen lässt sich unschwer ableiten, dass der Anteil der Personen, die einerseits gelegentliche oder sogar regelmäßige Drogenkonsumenten sind und die andererseits eine Fahrerlaubnis haben, nicht unerheblich ist.

 

2000

2009

 

Menge

Fälle

Menge

Fälle

Heroin

612,2 kg

4.120

758,4 kg

6.183

Kokain

491,7 kg

2.677

1.707,0 kg

3.858

Amphetamin/Methamphetamin

264,4 kg

1.431

1.382,7 kg

8.081

Ecstasy

853.796 KE1

2.080

521.272 KE

1.761

Cannabis

11.794,0 kg

11.311

6.518,0 kg

33.429

davon Cannabisharz

(Ha­schisch)

7.513,1 kg

6.770

2.220,0 kg

9.294

davon Cannabiskraut

(Mari­huana)

4.280,9 kg

4.541

4.298,0kg

24.135

Tabelle 3: Sicherstellungsfälle und -mengen des Rauschgifthandels in Deutschland mit Bestimmung Deutschland  (Quelle: BKA-Rauschgiftjahresbericht 2009)